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Rheinland-Pfalz: Windkraftwerke im Wald

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Goldrausch nach WK-Standorten in Wäldern nimmt immer mehr Fahrt auf
Naturschutz wird zunehmend mißachtet

Leseprobe:
"Es rufen eine Menge Interessenten an"

Windkraft: Auch das Forstamt will seine Flächen vermarkten

Kreis Altenkirchen. Das Forstamt will an der Energiewende mitwirken und holt Angebote für etwaige Windkraftanlagen ein.

Große Nachfrage

Und so sind die Forstämter gehalten, die Flächen, die für die Windenergie-Gewinnung geeignet erscheinen, offensiv zu vermarkten. Soll heißen: Während die Haubergsgenossenschaften, die bislang im Kreis beim Thema Windkraft federführend sind, zumeist mit ein, zwei Interessenten verhandeln, holen die Forstämter im großen Stil Angebote ein. Im AK-Land ist dieses Verfahren bislang einmal praktiziert worden: Anfang August sollen die Angebote von Windkraft-Firmen gesichtet werden, die Interesse daran haben, auf den Höhen des Giebelwalds ihre Anlagen zu errichten. Und die Nachfrage ist groß, berichtet Kick: "Es rufen eine Menge Interessenten an."

Verträgliche Abstandsregelungen

Über all dem steht - wie bei allen anderen Investoren und Projektbetreibern auch - natürlich ein großes Fragezeichen: Werden die Windrad-Standorte genehmigt? Wie die SZ bereits berichtet hat, haben die Kriterien für die Windkraft-Gewinnung in FFH- und Vogelschutzgebieten nach wie vor Bestand - ohne genaue Prüfung der Umweltverträglichkeit kann also auch Landesforsten keinen Windpark bauen (lassen). Kick ist da aber durchaus optimistisch: "FFH- und Vogelschutzgebiete können nicht kategorisch abgelehnt werden." Das würde der Zielsetzung der Landesregierung in Sachen Energiewende widersprechen. Deshalb rät er dazu, die Messlatte für die Schutzwürdigkeit der Flächen nicht zu hoch zu hängen und vor allem nicht dogmatisch zu urteilen. "Man darf sich da nicht selbst Fesseln anlegen", sagt er zum Beispiel mit Blick auf den Schwarzstorch. Dieser seltene Bewohner von Bachtälern im Wald ist derzeit laut Kick "ein K.o.-Kriterium". Angesichts der " erfreulichen Erfolgsgeschichte des Schwarzstorchs", der auch in unserer Region wieder häufiger vorkommt, könne das aber problematisch werden - Kick setzt also darauf, dass eine verträgliche Abstandregelung zwischen Storchennest und Windrad festgelegt wird. Gleiches gelte für den Rotmilan, der ebenfalls "auf dem Siegeszug" sei. Nun weiß Kick auch, dass speziell im Mainzer Umweltministerium auch die Meinung der Naturschutzverbände eine Rolle spielt. Deren klare Ablehnung von Windkraftanlagen in Natura-2000-Gebieten dürfe aber nicht dazu führen, dass Landesforsten am Ende ohne Windräder dasteht, während sich auf den benachbarten Privatflächen die Rotoren drehen: "Das wäre ein Treppenwitz, wenn zum Beispiel auf dem Giebelwald ausgerechnet auf den windhöffigsten Flächen keine Windräder errichtet werden, während drumherum 15 Stück stehen." Zumal die Forstverwaltung auch die Pachteinnahmen gut gebrauchen kann: Seit Jahren regiert im Wald der Rotstift. "Natürlich hat Landesforsten auch fiskalische Interessen", sagt Kick. Aber die stehen nicht im Vordergrund, meint der Forstamtsleiter: "Das Hauptziel ist die Energiewende."

Alles lesen: http://www.siegener-zeitung.de/a/589230/WindkraftAuchdasForstamtwillseineFlaechenvermarkten