Windenergie
Windenergie wird zum Preistreiber in Europa
HAMBURG / BERLINDer Ausbau erneuerbarer Energien soll nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch unabhängiger machen von endlichen Ressourcen wie Kohle oder auch Gas. Tatsächlich rechnet die EU-Kommission derzeit damit, dass vor allem die Windkraftwerke zur wichtigsten Energiequelle innerhalb der Europäischen Union werden. Doch einem Bericht der „Financial Times" Zufolge soll dieser Erfolg einen hohen Preis haben - und den zahlen die Verbraucher.
Die Zeitung beruft sich dabei auf einen bislang noch unveröffentlichten Bericht der EU-Kommission. Laut diesem wird die Elektrizität für Europas Stromkuri-den noch mindestens 20 Jahre lang teurer werden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Preise nach 2030 besonders hoch sein werden, wenn auch der Ausbau der erneuerbaren Energien weit vorangeschritten ist. Bis 2050 könnte sich der Strompreis dem Papier zufolge gar verdoppeln.
Angaben der EU zufolge kommt der Strom in Europa aktuell zu gut 19 Prozent aus erneuerbaren Energien. Ein Großteil entfällt derzeit noch auf Wasserkraft. Die Windkraft verzeichnet jedoch mit einer Steigerung von 35 Prozent die höchsten Zuwachsraten.
Die höheren Kosten durch das Anwachsen der erneuerbaren Energien erklärt die Studie dem Zeitungsbericht zufolge durch höhere Investitionen in die Infrastruktur. Tatsächlich hat erst gestern der Energieriese Eon angekündigt, seine, Netzentgelte zum Jahreswechsel um sieben bis 13 Prozent erhöhen zu wollen. Inklusive Mehrwertsteuer seien das bis zu ein Cent pro Kilowattstunde mehr als bisher, bestätigte ein Eon-Sprecher. Diese Preiserhöhungen tragen zunächst einmal die Stromanbieter, die diese Netze nutzen. Es wird allerdings damit gerechnet, dass die Kosten auch an die Kunden weitergereicht werden.
sh:z am 18.10.2011
Windenergie in Zahlen
Windräder: 21 607 Anlagen waren Ende 2010 bundesweit in Betrieb.Die Branchenriesen der Bundesrepublik: Ener-con, Windenergieanla-genhersteller aus Aurich, hat fast 60 Prozent Anteile an der neu installierten Leistung im vergangenen Jahr. Den zweiten und dritten Platz belegen Vestas (Dänemark) mit 14,6 Prozent und Systems (Hamburg) mit 10,3 Prozent.
Stromproduktion:36,5 Milliarden Kilowattstunden werden jährlich durch Windenergie erzeugt. Das sind laut des Bundesverbandes WindEnergie 6,2 Prozent des Energieverbrauchs.
Durchschnittliche Arbeitszeit: Pro Jahr arbeitet jede AnlageREpowerdeutschlandweit rund 2071 Volllaststunden, umgerechnet sind es über 86 Tage. Von Bundesland zu Bundesland und den entsprechenden Windverhältnissen können die Zahlen allerdings erheblich variieren.
Beschäftigte: Rund 100 000 Mitarbeiter sind in Deutschland in der Windenergiebranche tätig.
(hpop) Hamburger Abendblatt vom 13.10.2011
Anmerkung von Marco Bernardi:
Ebenfalls Ende 2010 betrug laut BWE die installierte Leistung 27.214,7 MW. Multipliziert mit 8.760 Stunden, die ein Jahr hat, lag die theoretisch mögliche Stromproduktion bei 238.400 GWh. Dies entspräche etwa 39% des deutschen Strombedarfs. Tatsächlich wurde jedoch nur 36.500 GWh produziert, was bedeutet, daß lediglich 15,3% der möglichen 238.400 GWh erreicht wurden. Eine gesicherte Energieversorgung mit einer Versorungssicherheit von nahezu 100% sieht anders aus.
Das traurige daran ist, daß Norddeutschland für diese lachhafte Ausbeute schon fast komplett zerstört wurde und der Rest der Republik auf dem besten Wege dorthin ist.









