Font Size

Screen

Profile

Layout

Direction

Menu Style

Cpanel

World Council For Nature

Windige Anlagen - PROKON

  • PDF

Auf die windige Tour: PROKON wickelt Kommunalpolitiker und Gemeinden ein

Auf die PROKON-Versprechen fallen nicht nur Anleger herein, auch die Kommunalpolitiker und Gemeindevertreter im ländlichen Schleswig-Holstein lassen sich einwickeln.

Anstatt zu recherchieren und sich von fachkundigen Beratern informieren zu lassen, werden vonseiten der Volksvertreter Geschäfte mit diesem Unternehmen gemacht, welches bereits seit Jahren durch Klagen von übervorteilten Anlegern und entsprechende Urteile zum eigenen Nachteil auffällt. Auch Abmahnungen zur irreführenden PROKON-Werbung wurden kassiert...

Dennoch wurde 2012 in Itzehoe im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg mit Unterstützung der windkraftbegeisterten Medien ein wahrer Hype um den Kauf von Stadtgrundstücken und die Grundsteinlegung zur ersten WKA-Produktionsstätte losgetreten. Wieder ein neues PROKON-Unternehmen... Ob man hier wohl allen Ernstes mit Tausenden Arbeitsplätzen und Millionen an Gewerbesteuer rechnet?

In der kleinen windkraftbesessenen Gemeinde Nortorf, etwa 12 km von der neuen WKA-Produktionsstätte entfernt, rechnet man bestimmt mit Gemeindewohlstand durch Gewerbesteuern von PROKON, denn dort wurden bereits Standorte für 3 WKA-Prototypen, 200 m hoch ausgewiesen, die im Herbst 2013 bebaut werden sollen. Weitere wurden avisiert.

Könnte es sein, dass sich auch die Gemeindevertreter des Dorfes in der Wilstermarsch nicht vorab informiert haben? Hätten sie Meldungen wie die aus der Financial Times und CAPITAL [siehe unten] gelesen, sollte ihnen klar sein, dass die ihnen versprochenen Gewerbesteuern in den "Außergewöhnlichen Posten", Zinsen an Investoren, Ausschüttungen an frühere Windparkeigentümer, Sponsoring für Gemeinden, die Windkraftstandorte zur Verfügung stellen etc., untergehen werden.

Wie mögen sich wohl die Anwohner fühlen, deren Gesundheit, Lebensqualität und Immobilienwerte im Umkreis der PROKON-Windkraftwerke verheizt wird. Allerdings hieß es in der regionalen Presse, dass hier bereits sog. "Rauskäufe" der nächstliegenden Anwohner stattgefunden haben sollen und dass der Abriss von Höfen geplant sei.

Bitter, dass Geldgier und Ideologie offenbar fast allen "Volksvertretern" das Denkvermögen vernebeln.

JR

P.S.

Übrigens: Man liest, dass in der BRD für die Vermittlung von WK-Standorten mittlerweile 500.000 € an Provision gezahlt werde...

 

 

CAPITAL | 21.06.2012

Capital-Studie weckt Zweifel an Seriosität


Foto: AP

Die fragwürdigen Praktiken des Windenergie-Spezialisten Prokon

Beim Öko-Energie-Experten Prokon bestehen Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells: Große Teile der zuletzt ausgewiesenen Gewinne des größten deutschen Anbieters ökologischer Geldanlagen stammen aus außerordentlichen Erträgen sowie Binnengeschäften.

Ein von Capital in Auftrag gegebenes Bilanzgutachten des Instituts für Wirtschaftsprüfung der Universität des Saarlandes kommt zu dem Schluss, es bestünden "Zweifel, dass es sich bei der Prokon um ein seriöses Unternehmen handelt".

Das vor allem in Windkraft-Anlagen engagierte Unternehmen bewirbt mit einem zweistelligen Millionenaufwand pro Jahr seine 2003 erstmals platzierten Genussrechte. Anlegern wird eine Verzinsung von acht Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt. Insgesamt hat Prokon bei knapp 50.000 Investoren mehr als 860 Millionen Euro eingesammelt.

Da Prokon seit Jahren keinen Konzernabschluss vorlegt, in dem sämtliche Geschäfte auch innerhalb der Firmengruppe saldiert werden, bleibt im Dunkeln, wie profitabel das Unternehmen ohne die Berücksichtigung von außerordentlichen Erträgen aus Zuschreibungen und firmeninternen Geschäften tatsächlich arbeitet. So errichtet etwa eine Tochtergesellschaft für die andere mit hohen internen Profiten Windräder, die in der Prokon-Bilanz als Gewinn ausgewiesen werden, noch bevor die Anlage ans Netz geht.

In seinem Bilanzgutachten kommt Prof. Dr. Michael Olbrich von der Universität des Saarlandes zu dem Schluss, die schwachen Winderlöse, die geringe Transparenz des Unternehmens und die Risiken in der Wertschöpfungskette der Prokon-Gruppe weckten "erhebliche Zweifel am Geschäftsmodell sowohl der Gruppe insgesamt als auch der Genussrechtsgesellschaft".

Quelle: http://www.capital.de/politik/:Capital-Studie-weckt-Zweifel-an-Seriositaet--Die-fragwuerdigen-Praktiken-des-Windenergie-Spezialisten-Prokon/100046250.html

Den ausführlichen Artikel können SIe über CAPITAL beziehen.

Zu diesem Bericht schreibt CAPITAL-Chefredakteur Steffen Klusmann:

Letter of content

"Dann fragen Sie mal schön!"

Liebe Leserinnen und Leser,

der Windparkspezialist Prokon wirbt im Fernsehen zur besten Sendezeit, das Renditeversprechen: acht Prozent. Wie macht der das bloß?, fragten sich Melanie Bergermann und Christian Kirchner.

Sie wälzten Bilanzen, befragten Industrieexperten und spürten der knappen Milliarde nach, die Prokon-Gründer Carsten Rodbertus inzwischen bei Anlegern eingesammelt hat. Dabei besuchten sie eine Veranstaltung des Ökopioniers, die mehr einer religiösen als einer Investorenmesse glich. Während seines zweistündigen Vortrags zürnte Rodbertus rund ein Dutzend Mal mit den Medien, die seiner Firma Böses wollten. Später stand er unseren Redakteuren noch bis tief in die Nacht Rede und Antwort, doch das interessierte seine Jünger nicht mehr. "Dann fragen Sie mal schön!", spotteten die lautstark, als das Interview begann, und machten sich über das Büfett her. Sie hätten besser zugehört, die Zweifel am Geschäftsmodell konnte Rodbertus nicht zerstreuen: Seite 24.

Quelle: http://www.capital.de/div/:Letter-of-content--Dann-fragen-Sie-mal-schoen/100046235.html

Auch die Financial Times Deutschland (FTD) hat das Thema aufgegriffen:

[...]
Doch das Kerngeschäft bereitet Prokon kaum Freude. Beispiel Wind: Für 2010 wurden 54 Mio. Euro Überschuss ausgewiesen. Vor außerordentlichen Posten waren es gerade einmal 1,8 Mio. Euro. Trotzdem musste dieser Geschäftsbereich an die Genussrechtsgesellschaft 37 Mio. Euro zahlen, um die Ansprüche der Investoren zu befriedigen.

Auch eine längerfristige Betrachtung bessert das Bild kaum: Von August 1999 bis Ende 2010 betrug Prokons kumuliertes Gesamtergebnis der Windparks vor außerordentlichen Posten 74,8 Mio. Euro. Hiervon sind noch Zinsen an andere Prokon-Unternehmen sowie Ausschüttungen an frühere Windparkeigentümer abzuziehen. Bleiben 22,8 Mio. Euro Gewinn übrig. An die Genussrechtsgesellschaft, die die Zinsen an die Investoren auszahlt, wurde in dieser Zeit fast das Dreifache gezahlt: 61,3 Mio. Euro.
[...]

Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:geldanlage-oeko-energie-was-hinter-prokons-verlockungen-steckt/70052954.html

 

Auf die windige Tour: PROKON wickelt Kommunalpolitiker und Gemeinden ein

Auf die PROKON-Versprechen fallen nicht nur Anleger herein, auch die Kommunalpolitiker und Gemeindevertreter  im ländlichen Schleswig-Holstein lassen sich einwickeln.
Anstatt zu recherchieren und sich von fachkundigen Beratern informieren zu lassen, werden vonseiten der Volksvertreter Geschäfte mit diesem Unternehmen gemacht, welches bereits seit Jahren durch Klagen von übervorteilten Anlegern und entsprechende Urteile zum eigenen Nachteil auffällt. Auch Abmahnungen zur irreführenden PROKON-Werbung wurden  kassiert...
Dennoch wurde 2012 in Itzehoe im schleswig-holsteinischen Kreis Steinburg mit Unterstützung der windkraftbegeisterten Medien ein wahrer Hype um den Kauf von Stadtgrundstücken und die Grundsteinlegung zur ersten WKA-Produktionsstätte losgetreten. Wieder ein neues PROKON-Unternehmen... Ob man hier wohl allen Ernstes mit Tausenden Arbeitsplätzen und Millionen an Gewerbesteuer rechnet?
In der kleinen windkraftbesessenen Gemeinde Nortorf, etwa 12 km von der neuen WKA-Produktionsstätte entfernt, rechnet man bestimmt mit Gemeindewohlstand durch  Gewerbesteuern von PROKON, denn dort wurden bereits Standorte für 3 WKA-Prototypen, 200 m hoch ausgewiesen, die im Herbst 2012 bebaut werden sollen. Weitere wurden avisiert.
Könnte es sein, dass sich auch die Gemeindevertreter des Dorfes in der Wilstermarsch nicht vorab informiert haben? Hätten sie Meldungen wie die aus der Financial Times und CAPITAL  gelesen, sollte ihnen klar sein, dass die ihnen versprochenen Gewerbesteuern in den "Außergewöhnlichen Posten", Zinsen an Investoren, Ausschüttungen an frühere Windparkeigentümer, Sponsoring für Gemeinden, die Windkraftstandorte zur Verfügung stellen etc., untergehen werden.
Wie mögen sich wohl die Anwohner fühlen, deren Gesundheit, Lebensqualität und Immobilienwerte im Umkreis der PROKON-Windkraftwerke verheizt wird. Allerdings hieß es in der regionalen Presse, dass hier bereits sog. "Rauskäufe" der nächstliegenden Anwohner stattgefunden haben sollen und dass der Abriss von Höfen geplant sei.
Bitter, dass Geldgier und Ideologie offenbar fast allen "Volksvertretern" das Denkvermögen vernebeln.
JR

P.S.
Übrigens:  Man liest, dass in der BRD für die Vermittlung von WK-Standorten mittlerweile 500.000 € an Provision gezahlt werde...


Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. Juli 2012 um 17:49 Uhr