PRESSEMITTEILUNG des WATTENRATS zum THEMA ZUGVOGELTAGE
Mit Dank an Manfred Knake von www.Wattenrat.de
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
- Wattenpresse -
Infodienst des Wattenrates Ost-Friesland
Datum: 23.Okt. 2011
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Presseinfo: Die derzeit stark beworbenen "Zugvogeltage" sind auch Teil einer Vermarkungsstrategie des Wattenmeres, auch mit Hilfe der Naturschutzverbände. Darauf weist der Wattenrat Ost-Friesland in einem (überarbeiteten) Beitrag auf seiner WebSeite hin http://bit.ly/poINuM .
Interessant ist auch die Rolle des Nordseehauses Wangerland, dass ebenfalls an den Zugvogeltagen teilnimmt. Das Wattennmeer-Informationshaus wird von der Gemeinde Wangerland, der "Wangerland Touristik" und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (WAU) in Jever betrieben wird. Als "Kooperationspartner" des Nordseehauses fungieren die "Bassens-Windpark Verwaltungs GmbH, Wangerland", der "Bundesverband Windenergie e.V"., Berlin und "Friesenenergie, Wangerland", und das bestimmt nicht zum Nulltarif! http://www.nationalparkhaus-wattenmeer.de/nordseehaus-wangerland?seite=partner
23. Okt. 2011
http://bit.ly/poINuM
Auszug: Zugvogeltage im Wattenmeer: Und wer redet von der Zugvogeljagd und Windenergie? Für die Zugvogeltage wurde eine aufwändige Informationsbroschüre erstellt, http://www.zugvogeltage.de/sites/default/files/pdf/Begleitheft_3ZVT_0.pdf die gut in das Phänomen Vogelzug einführt. Gleich am Anfang der Broschüre entlarvt aber der notorische Umweltminister Niedersachsens, Hans-Heinrich Sander (der mit der Kettensäge im Biosphärenreservat Elbtalaue) die wahren Ziele der Zugvogeltage: Tourismusförderung!
Zitat Sander: " […] Hoffnungsfroh stimmt mich auch die zunehmende Beteiligung von externen Partnern an den Zugvogeltagen: Immer mehr Menschen aus dem Tourismusbereich und der Wirtschaft erkennen das Potenzial dieser Veranstaltungsreihe und machen mit eigenen ergänzenden Angeboten mit. Sie haben erkannt, das der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eine Bereicherung für die Region ist und wir gemeinsam für seinen Schutz und den Schutz der Zugvögel noch mehr werben und uns engagieren müssen. Dieses Engagement reicht weit über die Grenzen des Nationalparks hinaus, denn viele Vögel zeigen uns, dass die Bedeutung des Wattenmeeres nicht am Deichfuß endet, weil sie auch die Kulturlandschaft brauchen […]. "
Dazu ist anzumerken, dass weder der „Tourismusbereich“ noch die „Wirtschaft“ bis heute, mehr als 25 Jahre nach der Gründung des Nationalparks 1986, irgendwelche wahrnehmbaren Anstrengungen zur Verbesserung der Situation der Zugvögel oder der Nationalparkflächen beigetragen haben. Im Gegenteil, auf den Seiten des Wattenrates kann an die ständigen Bestrebungen der Ausweitung der Tourismuswirtschaft nachlesen.
Die für die Zugvögel zweifellos unverzichtbare Kulturlandschaft jenseits des Deichfußes ist mit Unterstützung des Umweltministeriums zielstrebig zu Windparkstandorten ausgebaut worden, mit der Vernichtung riesiger Rastareale von Emden bis Cuxhaven (vgl.: Wie eine Landschaft unter die Windräder gekommen ist). http://www.wattenrat.de/wind/wind01a.htm
Auch der Grünlandumbruch geht unvermindert weiter, große Flächen werden für den Maisanbau genutzt, um die lukrativen Biogasanlagen zu „füttern“, auch diese Flächen fehlen den Zugvögeln. Das Erneuerbare Energiengesetz mit der zwangsweisen Subvention der Windkraft- und Biogasanlagenbetreiber durch Abgaben aller Stromkunden auf jede verbrauchte Kilowattstunde sind die Ursache dieser für viele Tierarten verheerenden Landschaftszerstörung, ganz abgesehen von den steigenden Lebensmittelpreisen durch die fehlenden Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung.
Die Worte des Ministers sind blanker Hohn für jeden, der sich für den Erhalt der Marschenlandschaft, für Rückzugsgebiete der Zugvögel und das verträgliche Maß der Tourismusentwicklung einsetzt. Und die völlig unkritischen Naturschutzverbände unterstützen diese PR-Nummer „Zugvogeltage“, ohne eine Wort zu den tatsächlichen Belastungen der Landschaft im und am Wattenmeer zu verlieren; sie sind längst, wie die von den Verbänden betriebenen Informationszentren und auch die Nationalparkverwaltung, Teil der Vermarktungsstrategie geworden!
"Herausragend" für die unverhohlene Werbung mit der Windenergie on- und offshore ist seit Jahren das Nordseehaus Wangerland, das von der Gemeinde Wangerland, der "Wangerland Touristik" und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (WAU) in Jever betrieben wird. Als "Kooperationspartner" des Nordseehauses fungieren die "Bassens-Windpark Verwaltungs GmbH, Wangerland", der "Bundesverband Windenergie e.V"., Berlin und "Friesenenergie, Wangerland", und das bestimmt nicht zum Nulltarif! http://www.nationalparkhaus-wattenmeer.de/nordseehaus-wangerland?seite=partner
Der offensive Einsatz der Naturschutzverbänden gegen die tatsächlichen Bedrohungen der Zugvögel durch Jagd und Zubau der Landschaft wäre also hilfreich, nur müssten sich die Verbände dann mit der Landesjägerschaft Niedersachsen und der Landesregierung anlegen. Es bleibt zu hoffen, dass anlässlich der Zugvogeltage durch die Referenten vor Ort zumindest die Jagd und auch die Zerstörung der Rasthabitate durch riesige Wind"parks" am Wattenmeer thematisiert werden. Glaubhafter wären die Nationalparkverwaltung und die Naturschutzverbände BUND und NABU, wenn sie mit gleichem PR-Aufwand wie für die Zugvogelbeobachtung auch auf die Bedrohung der Tiere durch Jagd und Lebensraumverlust aufmerksam und die Verbände ggf. von ihrem Klagerecht Gebrauch machten. Nur Öko-Entertainment mit Zugvögeln ist zu wenig, mehr kritische Distanz zu den offiziellen Naturschutzverlautbarungen des Umweltministers, der Landesregierung und der an der kurzen politischen Leine geführten Nationalparkverwaltung wäre mehr für den Naturschutz im und am Wattenmeer.









