Die Windwahn-Story
Wie aus einem Traum ein Albtraum wurde
Eine wahre Geschichte über den Windwahn in Norddeutschland,
von 2 Menschen, die aufs Land gezogen sind, um dort ihren Traum vom friedlichen Leben und Arbeiten inmitten der Natur zu verwirklichen und sich heute, 17 Jahre später, in einem permanenten Albtraum wiederfinden.
Kapitel 1 - Paradies auf dem Land zum Leben und Arbeiten
Als wir 1994 aufs Land zogen waren wir keine Windkraftgegner. Energieerzeugung durch Windkraft erschien uns damals möglicherweise als sinnvoll, aber wir waren zu wenig informiert über eventuelle Vor- oder Nachteile, so dass wir uns dazu kein Urteil erlauben wollten.
Bei der Suche nach einem geeigneten Resthof, möglichst einsam auf dem Land gelegen, interessierte uns nur eins: eine landschaftlich schöne Umgebung in einer intakten Natur mit einer großen Artenvielfalt, Ruhe und ein weiter Horizont.
Dies alles fanden wir in der Wilstermarsch im Südwesten Schleswig-Holsteins dem nördlichsten Bundesland der BRD in einer kleinen Gemeinde, die damals noch Neuendorf hieß.

Der Hof war alt, sein Zustand dringend renovierungsbedürftig, der dazugehörige Garten ohne jeden Charme, platt und ungepflegt, das dazugehörige Land entsprach dem üblichen überdüngten und naturfreien Landwirtschaftsstandard. Etliche Haufen, teils umweltgefährdenden, Mülls mussten entfernt werden.

Im Südosten, einige hundert Meter entfernt standen 3 Windkraftanlagen von knapp 50 Meter Höhe, die zum Zeitpunkt unserer Besichtigungs- und Planungsbesuche weder durch Lärm noch durch Schattenwurf auffielen. Auf unsere Frage, ob weitere Industrieanlagen wie WKA oder andere Bauwerke in der näheren Umgebung geplant seien, versicherte der Hausverkäufer, ein ehemaliger Landwirt, dass dies nicht der Fall sei und man hier ohnehin keinerlei Baugenehmigungen bekäme.
Der Preis war, gemessen am Zustand und den notwendigen Investitionskosten, viel zu hoch.
Aber für uns Großstädter und aktive Naturschützer, war eine intakte natürliche Umgebung mit einer großen Artenvielfalt ein wichtiges Kriterium, einen alten, stark renovierungsbedürftigen Resthof zu kaufen.
Die Lage war zauberhaft und wurde unseren Vorstellungen gerecht. Tausende von Kiebitzen, dazu Goldregenpfeifer, große Brachvögel und Schnepfen, eine Vielzahl verschiedenster Singvögel, diverse Gänse- und Entenarten, Großvögel wie Störche und Reiher, Greife von Weihen-, über Bussard- und Falkenarten zeugten tagsüber von einer großen Artenvielfalt. Nachts bezauberten uns Schleier- und Sumpfohreulen und verschiedene Fledermausarten, wie der Große Abendsegler, Bechstein-, Wasser- und Mückenfledermaus und sogar die seltene Teichfledermaus. Ein Paradies wie wir es uns gewünscht hatten, in dem wir alt werden wollten und für das wir bereit waren, sehr viel Arbeit und Zeit zu investieren und einen echten Wucherpreis zu zahlen.









