10 Monate nach unserem Umzug, mitten in der zeitaufreibenden Renovierungsarbeit und der Umgestaltung des Gartens in ein naturfreundliches Paradies, wurden in 320 bis 420m Entfernung von unserem Haus, von der Grundstücksgrenze 290, 370 und 220 m entfernt, Windkraftwerke (WKW) errichtet.
Zuerst stirbt die Lebensqualität
Lärm und Schattenschlag
Der Albtraum begann für uns mit folgenden Konsequenzen:
Seit 1995 schlafen wir, wegen des Lärms, den die WKW produzieren, bei geschlossenen Fenstern. Auch wenn es sehr heiß ist. Schlaf bei offenem Fenster gehörte für uns bis dahin zur Selbstverständlichkeit und zum Wohlbefinden. Auch in den früher bewohnten Großstädten haben wir ihn immer genießen können. Hier konnten wir plötzlich, trotz Doppelverglasung, kaum noch bei geschlossenem Fenster schlafen, besonders bei Winden aus östlichen und nordwestlichen Richtungen. Gespräche in normaler Lautstärke waren bei entsprechenden Windstärken nun in einigen Räumen des Hauses unmöglich.
Das Gärtnern, die Beschäftigung mit den Tieren unseres großen Tierschutzbestandes und die Entspannung in der friedlichen Natur waren unmöglich geworden, wenn der Wind blies.
Schattenschlag, etwas, das wir vorher nie erlebt hatten, wurde in den Vormittagsstunden zwischen November und Februar zu unserem neuen Begleiter. Bei niedrig stehender Sonne werfen die Rotorblätter Schatten , der zu Kopfschmerzen, Nervosität und Konzentrationsstörungen führt. Besonders ärgerlich, wenn man nicht flüchten kann, weil man seine Büros zuhause hat.
Die Avifauna verschwindet
Als die WKW im Februar 1995 den Betrieb aufnahmen, wurden die Auswirkungen auf die Avifauna (Vögel, Fledermäuse und Insekten) umgehend und auf erschreckende Weise deutlich. Der größte Teil der Vögel und Fledermäuse verschwand! Vogelarten, die sehr empfindliche Brüter sind, wie Kiebitze zum Beispiel, kehrten im Frühjahr nicht an ihre Brutplätze zurück. Auch viele Fledermausarten verschwanden damals dauerhaft.
Um diesem Verlust an Arten, die kurz vorher noch Grund waren, dieses Anwesen zu kaufen, entgegen zu wirken, kauften wir noch einige Hektar Land auf der, den WKW abgewandten Seite hinzu, um diese zu renaturieren.
Wir mussten 5 Jahre warten, bis sich im Jahr 2000 die Vogel- und Fledermauspopulation wieder regulierte, allerdings auf einem niedrigeren Niveau.

Windkraftopfer Mäusebussard, gefunden Aug.2011. Die wenigsten finden wir - Marder, Krähen & Co. sind in der Regel schneller...
Reaktion der ehemaligen Naturschutzorganisationen – heute Umweltunternehmen
Als Mitglieder verschiedener Naturschutzorganisationen berichteten wir anderen Mitgliedern von unseren Beobachtungen zum Verhalten der Avifauna, nachdem die WKA in Betrieb gegangen waren. Bereits damals wurden wir als Spinner bezeichnet. Man warf uns vor, wir wären Atomkraft-Lobbyisten. Der Artenverlust wurde teils verleugnet, teils selbstverständlich akzeptiert, weil Windkraft so etwas Gutes sei. Wir waren entsetzt und nahmen nicht mehr an Treffen und Aktionen teil.
Heute haben wir sämtliche Nicht-Regierungs-Organisationen verlassen, die von Windindustrie-Profiteuren gesponsort werden bzw. mit Windenergie- und Biomasseerzeugung zu Umweltunternehmen auf Kosten der Natur geworden sind. Diesen Skandal und Betrug an der Natur und den wahren Naturschützern wollten wir nicht länger unterstützen. – Manche reagierten gar nicht auf die Begründung der Kündigung, andere mit Standardschreiben, wieder andere mit Unverständnis...
http://www.planet-energy.de/kraftwerksbau.html (Greenpeace Energy Kraftwerke)
http://www.gruenerstromlabel.org/ (hinter "Grüner Strom Lable" stehen u.a. NABU, BUND und DNR*)
http://www.naturstrom.de/ (Gründungsmitglieder u.a. NABU und BUND)
*DNR = Deutscher Naturschutz Ring
Erste Krankheitssymptome
Ungefähr 1996 merkten wir, dass wir kaum noch ein- und gar nicht mehr durchschlafen konnten. Wir überlegten in unserer Verzweiflung sogar, einen Wünschelrutengänger zu engagieren, um festzustellen, ob unser Bett auf einer Wasserader steht... Wir rückten Möbel und testeten verschiedene Schlafplätze - aber überall die gleichen Schlafstörungen.
Symptome wie Ohrdruck und Rauschen im Ohr waren plötzlich unsere Begleiter. Arztbesuche und Medikamenteneinnahme wurden für uns zur Regel. - Ich begann, mich zu wundern, warum es mir auf meinen monatelangen, anstrengenden Tourneen besser ging, als Zuhause. Ich erholte mich vom Schlafmangel während der Arbeitsphasen. Früher war es umgekehrt...
Windkraftwerke sind gefährlich für die menschliche Gesundheit (Dr. Alec Salt - Übersetzung Natalie Fryde, überarbeitet von Jutta Reichardt)
Windkraftprofiteure und ihre schmutzigen Methoden
Im gleichen Jahr, inmitten dieser neuen und erschreckenden Erfahrungen, erschien der damalige Bürgermeister mit dem Vertreter einer Windkraftbetreibergesellschaft, um uns von einer Erweiterung der Windenergiezone, inmitten der noch artenreichsten Feuchtwiesen inkl. unseres gerade renaturierten Biotops, rings um unseren Hof zu überzeugen. Mit den Worten: „Es soll Ihr Schaden nicht sein...“, sollten wir korrumpiert werden. Den Herren wurde die Tür gewiesen.
Viel später erfuhren wir, dass damals im Dorf gewettet wurde, ob wir uns kaufen lassen von den Windenergieprofiteuren, oder ob die Liebe zur Natur siegen würde...
Auch von den 1000 DM, die den Gemeindevertretern Anfang der 90er Jahre gezahlt wurden für ihre Zustimmung im Gemeinderat zu den ersten Plänen für die Anlagen neben unserem Hof erfuhren wir.
Dadurch wurde uns klar, warum der Besitzer unserer Immobilie plötzlich seinem Hof verkaufen wollte. Er saß selber im Gemeinderat und stimmte den Windkraftplänen zu, kassierte die Summe, um dann eilig naive Käufer zu suchen, die ihm seinen heruntergekommenen Hof für teures Geld abkaufen, bevor die WKA gebaut werden.
Langsam lernten wir aus eigener Erfahrung und durch die Lektüre der Genehmigungsunterlagen zu den WKA neben uns, diese schmutzigen Geheimnisse der angeblich so sauberen Windenergie kennen...
Und es sollten noch viel mehr werden...
Wind and Crime - Windenergienutzung und Illegalität ?
http://www.igsz.eu/WEK/WK1.htm







