Die Windwahn-Story
In Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland der Bundesrepublik Deutschland, mit nur 15.800 km² gibt es seit den 80ziger Jahren Windkraftwerke. Ihre Anzahl wuchs innerhalb von gut 20 Jahren auf fast 2800 im Jahr 2010. Im Zuge des z.Zt. vorgelegten Landesentwicklungsplans (LEP) soll die Zahl der Windkraftwerke (WKW) nach der Verdoppelung der sog. Windeignungsflächen in den nächsten Jahren weiterhin rasant steigen.
Dank des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) ein Riesengeschäft für Windkraftbetreiber und Landverpächter, auf Kosten der betroffenen Anwohner und der Stromkunden in Deutschland. http://www.einspeisevergütung.info/?page_id=4
Nun leben in Schleswig-Holstein eben auch Menschen (2.832.000) und es gibt, trotz der Industrialisierung des Landes durch Windkraftwerke, riesige Flächen für Monokulturen und zunehmend auch Solarflächen, noch eine, wenn auch stark abnehmende Artenvielfalt.
Zu den Menschen, die einst voller Optimismus und Tatkraft ins ländliche Schleswig-Holstein kamen, um dort in Ruhe und Harmonie inmitten der Natur zu leben und zu arbeiten, gehören auch mein Mann und ich.
Hätten wir allerdings auch nur im Entferntesten geahnt, welche Konsequenzen die Entscheidung, in die Wilstermarsch im Südwesten Schleswig-Holsteins zu ziehen, für uns haben würde, hätten wir diesen Schritt nicht getan. Wären uns damals die Informationen zugänglich gewesen, die wir heute haben über die katastrophalen Auswirkungen von WKW auf die Gesundheit, Lebensqualität, das Sozialgefüge im ländlichen Raum, die Immobilienwerte und natürlich auf die Artenvielfalt, hätten wir die Flucht ergriffen! Auch wenn wir dafür den eben gekauften Resthof mit hohen Verlusten wieder hätten abstoßen müssen.
Aber bereits in den 90ziger Jahren war die Windkraftnutzung ein besonderes Hätschelkind der ideologisierten Politikerkaste und der Windkraftbetreiber aus allen Parteien, insbesondere der aufstrebenden Grünen.
Ein Hinterfragen der Konsequenzen des Aufstellens von WKW für Mensch und Natur fand nicht statt. Im Gegenteil. Wer es wagte, seine persönlichen Erfahrungen mit dem Leben an Windkraftwerken zu schildern und Kritik an dieser vermeintlich sauberen und grünen Energiegewinnung zu äußern, wurde bereits vor 20 Jahren als Spinner, Aussätziger und als Atomkraftlobbyist beschimpft und ausgegrenzt.
Weder von politischer noch von Seiten der Landesmedien verspürt man eine Zuneigung zur Landschaft Schleswig-Holsteins, zur hiesigen Avifauna, zu Kulturdenkmälern und zu den Menschen, die in diesem Land leben und arbeiten.
Auch der heutige Ministerpräsident von S-H, Peter Harry Carstensen von der CDU, gehört zu den Windkraftpionieren mit eigenen Anlagen auf Nordstrand und war im Jahr 1990 als Bundestagsabgeordneter einer der maßgeblichen Initiatoren des „Stromeinspeisegesetzes“ (Inkraftsetzung 01.01.1991), dem Vorläufer des heutigen EEG, zur Förderung der Windkraft und ihrer Betreiber.
link: http://www.clearingstelle-eeg.de/files/private/active/0/2-GesEntw_BT-Ds_11-7816.pdf
Peter Harry Carstensen als WKA-Betreiber:
18.2.1997 - Insel Nordstrand in Nordfriesland / Schleswig-Holstein
Unfallart: Rotorbruch
Typ: HSW- 250 Alter: Nicht bekannt
Betreiber des Windrades: MdB Peter Harry Carstensen CDU (ab 2002 Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein)
Informationsquelle: Nordfriesland Tageblatt
Details: Um 19.30 Uhr zerfetzen 2 von 2 Rotorflügeln einer WKA, ca. 30m von einer Gemeindestraße entfernt. Die Teile flogen bis zu 300m weit weg. Der Turm hatte 2 Beulen.
Quelle: http://docs.wind-watch.org/unfalldatei_1997.html
Die Medien in S-H, polithörig und gut verdienend an Anzeigen der Windkraftlobby, pflegen enge Beziehungen zur selbigen und singen seit Jahrzehnten kritiklos deren Hohelied.
In dieser Zeit wurde aus dem einstigen „Land der Horizonte“ das „Land des mangelnden Durchblicks“ und aus dem „Land zwischen den Meeren“ das „Land zwischen den Windindustriezonen“.
Die Luftbildaufnahme von Dr. Musehold zeigt das deutlich:
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| (c) Dr. Musehold |
Weitere Fotos aus dem Windwahnland S-H finden Sie hier:
http://www.windwahn.de/index.php/news/allgemein/windwahn-slideshow
Hier wird deutlich was seit Jahren nur noch zählt: Die Umformung des Landes und seiner Meere in eine Industriebrache zugunsten sogenannter erneuerbarer Energien und der Zuwächse einiger EE-Profiteure.
Gebetsmühlenartig beschworen werden die angebliche Schaffung von Arbeitsplätzen und riesige Gewerbesteuereinnahmen für Gemeinden mit Windkraftwerken auf ihrem Gebiet. Grandiose Renditen werden denjenigen Bürgern und Anwohnern von Windindustriezonen versprochen, die sich an sog. „Bürgerwindmühlen“ beteiligen, indem sie ihre Ersparnisse als Kommanditisten in solche windigen Projekte stecken.
Warum z.B. der Kreis Dithmarschen im Westen Schleswig-Holsteins als Region mit der dichtesten Bebauung durch Windkraftwerke, gemessen an seiner Größe, seit Jahrzehnten der Kreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit in diesem Bundesland ist, wird weder öffentlich hinterfragt noch thematisiert.
Warum in Gemeinden wie unserer, aber auch in vielen anderen, keine, fast keine oder eine solche erst nach 15 Jahren kurz vorm Ablauf der Betriebsdauer der WKW, Gewerbesteuern durch den Betrieb von WKW auf Gemeindegebiet anfallen bzw. gezahlt werden, wird ebenfalls verschwiegen.
Und der Betrug an Kleinanlegern, die ihre Spargroschen als Mindesteinlage von 500.- bis 5000.- € (von Fall zu Fall verschieden) zusammenkratzen, um sich in der Hoffnung auf Renditen um 8% (zwischen 40.- und 400.-€ pro Jahr!?!) an einer sog. „Bürger“-WKA zu beteiligen, wird von Politikern, Amtspersonen und Medien kräftig beworben. Keine Spur von Fürsorge und Aufklärung durch die oben Genannten! Denn sonst würden sie den bedauernswerten Mitbürgern sagen, dass in den langen Jahren der Abschreibung der Investitionen (Durchschnittspreis einer 3MW Windkraftanlage: 3,5 Millionen €) keine Rendite anfällt! Danach werden die WKW oft verkauft, d.h. die Investitionen der neuen Besitzer sorgen für einen weiteren Renditeausfall. Und ein Mitspracherecht bei der Betriebsführung haben all die braven Geldbeschaffer als Kommanditisten ohnehin nicht.
Das Schlimmste: Alle gutgläubigen Mitbürger, denen als Anwohner und Betroffene von Windkraftwerken eine „großzügige“ Beteiligungsmöglichkeit angeboten wird, sind sich dessen nicht bewusst, dass sie neben ihren Spargroschen ihre Lebensqualität, den Verlust ihrer Immobilienwerte um mindestens 30% bis hin zur Unverkäuflichkeit, ihre damit verbundene Alterssicherheit und Kreditwürdigkeit und vor allem ihre Gesundheit opfern.
Damit ist der Teufelskreis des Verlustes der sozialen Gerechtigkeit in durch Windkraft verseuchten Regionen geschlossen.
link: Gewerbesteuer (von Petra Tiemann) und Bürgerwindpark (Petra Tiemann)
Diese perfide Art, seine Mitbürger um alles zu bringen, was ihnen wertvoll ist, einzig um dadurch den Widerstand gegen die Installation von Industrieanlagen in den Gemeinden zu brechen, von der WK-Lobby „Erhöhung der Akzeptanz“ genannt, verdeutlicht den Zynismus mit dem die Profiteure der Windenergienutzung agieren.
Unsere Geschichte handelt zwar nicht von Beteiligungen, aber von Verlusten auf allen Gebieten innerhalb der letzten 17 Jahre.
Viele skandalöse und schier unglaubliche Geschichten von Betreibern, die ihre Genehmigungsauflagen nicht erfüllt haben und von einem Kreisbauamtsmitarbeiter, der dies mit Unterstützung seines Vorgesetzten seit 17 Jahren deckt. Von Behördenwillkür aus verschiedenen Ämtern, die WK-Betreibern ermöglicht, trotz jahrelanger Beschwerden von Anwohnern mit Video- und Mess-Nachweisen, Anlagen ohne Erfüllung der Auflagen weiter zu betreiben. Von einem Polizisten, der sich weigert, tätig zu werden und beratenden Amtspersonen mit großen WKA-Beteiligungen, aber ohne Interessenkonflikt. Von halb-anonymen Anzeigen mit absurden Inhalten, Beleidigungen, Beschimpfungen, Prangeraktionen, Androhungen von Prügel und Brandstiftung, regelmäßige Übergriffe auf Tiere und Versuche, mittels Anwalt die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Vom Naturschutzbund, der seine Aufgaben, die Natur zu schützen verrät und von Mitbürgern, die ihre Mitstreiter aus Angst nicht vor drohendem Unheil warnen.
Von Gesundheitsschäden wie WTS und VAD durch Infra- und Niederfrequenzschall wie z.B. Tinnitus, Bluthochdruck, Herz-Rhythmusstörungen, Übelkeit und Angina Pectoris, Herzrasen und Geschwüren in der Mundschleimhaut und den Bronchien. Und wie es sich anfühlt, wenn man nachts sein Haus verlassen muss, um in einem fremden Bett immissionsfrei zu schlafen. Natürlich abwechselnd, denn wegen der ständigen Bedrohung darf der Hof nicht allein gelassen werden...
Aufgrund unserer häufigen, beruflich bedingten Abwesenheit in den ersten 11 Jahren des Lebens neben Windkraftwerken, hatten wir die Chance, uns von den Schallattacken zunächst immer wieder ein wenig zu erholen. Das änderte sich ab 2006 drastisch, als wir unserer Berufstätigkeit zum größten Teil von Zuhause aus nachgingen und somit den Immissionen zumeist rund um die Uhr ausgesetzt waren.
Heute erleben die meisten Windkraftopfer die Einschnitte in die Gesundheit höchst dramatisch und unmittelbar nach dem Bau der Windkraftwerke in ihrer Nachbarschaft.
Etwas, das jeder wissen sollte!
http://www.epaw.org/victims.php?lang=de&article=t5
http://www.epaw.org/victims.php?lang=de
http://www.windwahn.de/index.php/krankheit/wind-turbine-syndrome/49-aus-der-hoelle-auf-erden
Dass unsere Erfahrungen mit der Windkraftlobby keinen Einzelfall darstellen, belegen die vielen Berichte anderer Betroffener in Deutschland und weltweit.
Durch das jahrelange Engagement, zunächst als „Gegenwind“- Initiative vor Ort, dann als Initiatoren der Gründung des Landesverbandes Gegenwind Schleswig-Holstein, als Sprecherin und als Mitglieder der Europäischen Plattform gegen Windkraftanlagen (EPAW) und Aktive in unserer weltweiten Bewegung von Windkraftgegnern sind wir gut informiert über den Widerstand gegen „Big-Wind“, wie die Windkraftprofiteure im nordamerikanischen Raum genannt werden.
Während im kanadischen Ontario und im australischen Victoria demokratische Bestrebungen im Umgang mit der Windkraft und den Tausenden betroffenen Bürgern eine Renaissance erleben und sich im oberschwäbischen Markdorf die Freien Wähler öffentlich und in der Presse mit den Gefahren für die menschliche Gesundheit von Infra- und Niederfrequenzschall emittiert durch WKA beschäftigen, findet diese Form der kritischen Auseinandersetzung, der Aufklärung oder gar des Umdenkens in norddeutschen und mitteldeutschen Bundesländern so gut wie nicht statt.
Im Gegenteil. Hier geschieht genau das, was der neue Ministerpräsident in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann von den GRÜNEN, seinen Landsleuten 2011 angedroht hat, kaum dass er vereidigt war:
„Ihr müsst schon sehr gute Argumente liefern, wenn wir sie nicht bei euch vor die Haustür setzen sollen. Dann bauen wir sie woanders hin. Aber bauen werden wir sie. Warum? Weil das Gemeinwohl es gebietet.“
Und falls es dennoch Widerstand von Seiten der Anwohner und Windkraftgegner geben sollte, dann kommt der Spruch des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen – CDU zum Einsatz, den dieser 2009 anlässlich einer Gegenwind-Demo vor der Amtsverwaltung in Marne von sich gab:
„Kann man diese Störer hier nicht endlich mal wegmachen....“
Und der bayrische Umweltminister Söder übertrifft mit seinen vorläufigen Ausführungsbestimmungen zum Immissionsschutz und zum Naturschutz zugunsten der Windkraftlobby fast noch den typisch schleswig-holsteinischen Zynismus im Umgang mit Mensch und Natur...
links
immissionsschutzrechtliche_Genehmigungsverfahren_für_Win dkraftanlagen-1.pdf
naturschutzrechtliche_Hinweise_WKA_02092011-1.pdf
Der Marsch in die Ökodiktatur ist längst angetreten!
JR










