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Wissen Hintergrundwissen Leserbriefe - Windenergie, Gier und Lebensqualität

Windenergie, Gier und Lebensqualität

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Leserbrief

Wohlstand durch Windenergie oder Gier nach Erspartem?

"Beteiligung" klingt nach Geldgeschenk für die Bürger der beiden dithmarscher Gemeinden, ist aber de facto das Gegenteil.
Hier nämlich geht es ums Einsammeln ihres Ersparten!- Wer kürzlich die Dokumentation "Windkraft - Nein Danke" im NDR gesehen hat (der shz berichtete unter  "Sturm auf Windkraft"), erinnert sich an die Schlange ahnungsloser Bürger im nordfriesischen Langenhorn, die alle nur ein Interesse hatten: Ihre Ersparnisse zum Windbauern Melfsen zu tragen, damit dieser seinen Eigenkapitalanteil für Investitionen in Windkraftwerke erhöhen und somit Zinsen sparen konnte. Genau wie in Eggstedt vom smarten Verkäufer der Wes-Energy aus St. Michel gefordert. Denn das Geld uninformierter Mitbürger dient auch hier als Eigenkapitalerhöhung und Zinsersparnis, denn die Investoren können ihren Einsatz auf Kosten anderer niedrig halten. Auch eröffnet ihnen dies die Möglichkeit, Verluste auf die Kommanditisten (= die beteiligten Bürger ohne Mitspracherecht) abzuwälzen. Windbauer Melfsen war jedenfalls ganz aufgeregt vor Freude, als er von der Summe des eingesammelten Geldes sprach und die Wes-Energy wird sich ebenfalls freuen über so viel Gutgläubigkeit (oder Gier?). - Die versprochenen Renditen im zweistelligen Bereich nebst neuer Autos genießen anschließend die Investoren, dank der Einspeisevergütungen und die 55 Landeigner, zu denen auch der Bürgermeister und 3 Gemeindevertreter gehören, dank hoher Pacht. Eggstedter, Süderhastedter und alle anderen windig abgezockten Bürger betroffener Gemeinden zahlen nicht nur mit ihrem hart Ersparten, sondern zusätzlich mit ihrer Gesundheit, ihrer Lebensqualität, ihren entwerteten Immobilien nebst Altervorsorge und Kreditwürdigkeit. Als Stromkunden zahlen sie außerdem mit ständig steigenden Stromkosten für das unsoziale "Energie-Einspeisegesetz" (EEG) und als Beteiligte sind sie nach etwa 20 Jahren auch an den Rückbaukosten beteiligt und wenn der sog. Windpark pleite macht, ist das Ersparte futsch! In Einzelfällen wurden Kommanditisten sogar per Gericht zur Kasse gebeten, um für die Verluste von Wind"parks" gerade zu stehen. - Ach ja, falls der Wes-Energy-Vertreter "vergessen" haben sollte darauf hinzuweisen: Renditen werden - übrigens genau wie Gewerbesteuern - nur auf Gewinne gezahlt! Die fallen aber erst an, wenn die Abschreibungen geringer sind, als die Einnahmen. Rechnen Sie nach, wann das wohl bei einem Investitionsvolumen von 4 Mio. € pro WKA in ihrer Gemeinde der Fall sein wird...
Jutta Reichardt
Sprecherin der EPAW-D

 

Leserbrief

Windkraft um jeden Preis im Kreis Steinburg

Erstaunlich ist die Leidensfähigkeit der Schleswig-Holsteiner wenn es darum geht, die Verschandelung ihrer Landschaft durch Windkraftwerke (WKW) in Kauf zu nehmen.
Auch die Steinburger nehmen den bereits 20 Jahre andauernden Goldrausch nach Pacht und Einspeisevergütungen für WKW duldsam hin und lassen zu, dass ihnen einige wenige profitgierige Landbesitzer und Investoren die Gesundheit , Lebensqualität und Immobilienwerte nebst Alterssicherung und Kreditwürdigkeit rauben.
Sie glauben offenbar immer noch an das Märchen von sprudelnden Einnahmen durch Gewerbesteuer von Windkraftbetreibern und an Renditen für sog. Bürgerbeteiligungen an WKW, anstatt sich in den Gemeinden, die bereits seit 10 oder gar 20 Jahren windkraftgeschädigt sind, nach Gewerbesteuerzahlungen zu erkundigen. Ja, sie tragen sogar ihr Erspartes den Investoren hinterher, damit diese die Zinsen für ihr Investitionsvolumen dank "Eigen"-Kapital durch "Bürgerbeteiligung" sparen. Unterm Strich gibt es weder Gewerbesteuer noch Renditen, denn beides fällt nur an, wenn die Einnahmen höher sind als die Ausgaben(z.B. Anschaffungs- und Baukosten für die WKW, Wartung, Betriebskosten, Gehälter der Geschäftsführer etc.), also wenn Gewinn anfällt. Ersatzweise gibt es Schlafstörungen, Tinnitus, Übelkeit, Schwindel u.a. WTS-Symptome, Geschwüre in den Schleimhäuten und Risse in den Bronchien(vor allem bei Kindern) u.a. VAD-Symptome, Bluthochdruck mit allen Folgeerkrankungen, die Unverkäuflichkeit der Häuser und eine zerrüttete Sozialstruktur in der Gemeinde.
Sogar Steinburger Dorf-Perlen wie z.B. Beidenfleth und Kollmar, gesegnet dank ihrer Lage an Stör und Elbe, durch eine beeindruckende Artenvielfalt, werden geopfert für die Geldgier einer handvoll Landbesitzer nach Pachteinnahmen von 20-50.000 € pro WKA und Jahr, die, wie üblich, in den Gemeindevertretungen Macht und Einfluß über den Rest der Bevölkerung ausüben. Und für Investoren, die selten an Windkraftwerken leben und nur durch die gesicherten Einspeisevergütungen gemästet werden. Auch die lassen sie sich bezahlen von ihren Mitbürgern, den Stromkunden, deren Rechnungen dafür stetig steigen.
Selbstverständlich sollen hier für die Windindustrie Landschaftsschutzgebiete geopfert und NATURA 2000-Areale zunichte gemacht werden, die einst geschaffen wurden, um Artenvielfalt, Lebens- und Erholungsräume für Mensch und Tier zu bewahren. Wichtige Zugvogelkorridore der Nordost-Südwestachse werden schlicht zu tödlichen Fallen durch WKW-Barrieren, wie durch die Flächenausweisungen in Ecklak.
Irgendwann, wenn Schleswig-Holstein komplett zu einer Windkraft- und Monokultur-Industriebrache verkommen ist, werden die wenigen Gemeindeflächen, welche die letzten intakten Lebensräume für Mensch und Natur in unserem Land bereitstellen, von unschätzbarem Wert sein. - Wunderbar, dass es auch noch ehrbare Bürgermeister und Gemeindevertreter gibt, die ihre Wahlversprechen halten und Politik für und nicht gegen das Gros der Bürger machen  Dazu gehören, trotz ständig wiederholten Versuchen zur Flächenausweisung einzelner Landbesitzer und Gemeindevertreter, auch Münsterdorf und Neuendorf-Sachsenbande. So bleiben in unserem Kreis vielleicht doch einige kleine Biotope für Mensch und Natur erhalten, die den kommenden Generationen belegen können, welch ein Kleinod die vielfältige Steinburger Kulturlandschaft einst war...
Jutta Reichardt
Sprecherin der EPAW-D